Erste Abschätzung der Wärmestrahlung eines Poolbrandes aus Pooldurchmesser, Abbrandrate, Verbrennungswärme und Strahlungsanteil: Flammenlänge (Thomas), radiativ freigesetzte Leistung und bodennahe Bestrahlungsstärke im Fernfeld. Formel, typische Werte und Grenzen sind unter dem Rechner dokumentiert.

Fernfeld-Punktquelle + Thomas-Flammenlänge — Nahfeld/Abstand über Solid-Flame (CCPS/TNO)

Poolbrand — Strahlung (Screening)

Erste Abschätzung der Wärmestrahlung eines Poolbrandes: Flammenlänge nach Thomas, radiativ freigesetzte Leistung aus Abbrandrate, Poolfläche und Verbrennungswärme sowie die bodennahe Bestrahlungsstärke im Fernfeld (Punktquellenmodell). Für belastbare Nahfeld-/ Abstandsbeurteilungen ist das Flächenstrahler-(Solid-Flame-)Modell nötig.

Bestrahlungsstärke in d:

L/D = 42·(ṁ″/(ρ_L·√(g·D)))^0,61 (Thomas) · Q̇_rad = X_r·ṁ″·A·H_c · q = Q̇_rad/(4π·d²) (Fernfeld-Punktquelle).

Hinweis: Das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheitstechnische Beurteilung im Einzelfall; es ist kein Gutachten. Für verbindliche Aussagen sind die konkreten Stoff- und Betriebsdaten sowie die einschlägigen Regelwerke heranzuziehen.

Dokumentation & fachlicher Hintergrund

1.  Formeln

Flammenlänge (runde Poolflamme, ohne Wind) nach Thomas (1963):

L / D = 42 · ( ṁ″ / (ρ_L · √(g·D)) )^0,61

mit Pooldurchmesser D [m], massenspezifischer Abbrandrate ṁ″ [kg/(m²·s)], Luftdichte ρ_L ≈ 1,2 kg/m³ und g = 9,81 m/s².

Radiativ freigesetzte Leistung aus dem Energieumsatz:

Q̇_ges = ṁ″ · A · H_c,   Q̇_rad = X_r · Q̇_ges

mit Poolfläche A = π·D²/4, Verbrennungswärme H_c und Strahlungsanteil X_r (Anteil der Leistung, der als Strahlung abgegeben wird).

Bestrahlungsstärke im Fernfeld (Punktquelle in der Poolmitte):

q = Q̇_rad / (4π·d²)

mit Abstand d von der Poolmitte. Umgekehrt liefert der Rechner den Abstand, in dem ein Strahlungs-Grenzwert erreicht wird.

2.  Typische Eingabewerte

Abbrandrate ṁ″ und Verbrennungswärme H_c sind stoffspezifisch (Richtwerte für große Pools, u. a. Babrauskas, SFPE Handbook): Kohlenwasserstoff-Brennstoffe etwa ṁ″ ≈ 0,04…0,10 kg/(m²·s) (Benzin ~0,055, Diesel/Kerosin ~0,04…0,05), Methanol deutlich niedriger (~0,017); H_c ≈ 20 MJ/kg (Methanol) bis ~44 MJ/kg (Benzin/Kerosin).

Strahlungsanteil X_r typisch 0,15…0,40; rußende Flammen großer Pools strahlen anteilig weniger (Selbstabschattung durch Ruß). Für belastbare Werte sind stoffspezifische Quellen zu verwenden — die Vorbelegung (Benzin) dient nur der Orientierung.

3.  Annahmen & Grenzen
  • Screening, Fernfeld: Das Punktquellenmodell setzt die gesamte Strahlungsleistung in die Poolmitte und gilt nur im Fernfeld — Faustregel d ≳ 2,5· der größeren Flammenabmessung (Durchmesser D bzw. Flammenlänge L; bei hohen, schlanken Flammen ist L > D). Im Nahfeld weist der Rechner ausdrücklich darauf hin.
  • Nahfeld/Abstandsbeurteilung: Dafür ist das Flächenstrahler-(Solid-Flame-)Modell mit Sichtfaktor (Flammengeometrie ↔ Empfänger) und atmosphärischer Transmission heranzuziehen (CCPS/TNO Yellow Book) — nicht Teil dieses Rechners.
  • Ohne Wind/Flammenneigung: Thomas-Korrelation ohne Wind; Windneigung verlängert die Flamme und verschiebt die Strahlung in Windrichtung.
  • Strahlungsgrenzwerte (1,6 / 5 / 12,5 kW/m²): siehe Sicherheitsabstand aus Strahlungsgrenzwert; die Einordnung erfolgt dort und im Wärmestrahlungs-Rechner.
4.  Quellen & Stand

Flammenlänge: Thomas, P. H. (1963), „The size of flames from natural fires". Abbrandraten/Verbrennungswärmen: Babrauskas (SFPE Handbook of Fire Protection Engineering). Punktquellen-Strahlungsmodell und Grenzwerte: allgemein anerkannt (CCPS/TNO Yellow Book) — konsistent mit dem Wärmestrahlungs-Rechner der ACS.

Stand: 2026-07.

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