Dieser Rechner schließt die Zoneneinteilung nach EN IEC 60079-10-1 ab: Er bestimmt aus der Freisetzung die Freisetzungscharakteristik Q_c, daraus den Verdünnungsgrad, den Zonentyp nach Tabelle D.1 und die Zonenausdehnung nach Bild D.1. Er ergänzt den Freisetzungs-/Lüftungsrechner um genau die Zuordnung, die dort offenbleibt.

Ex-Zonen: Zonentyp, Verdünnung & Zonenausdehnung (EN IEC 60079-10-1)

Schließt die Zoneneinteilung nach EN IEC 60079-10-1 ab: aus der Freisetzung die Freisetzungscharakteristik Q_c, daraus Verdünnungsgrad, Zonentyp (Tabelle D.1) und Zonenausdehnung (Bild D.1). Felder, die der gewählte Rechenweg nicht braucht, sind ausgegraut und als nicht benötigt gekennzeichnet.

Übernimmt M, UEG, γ (aus c_p, falls vorhanden) und p_v (Antoine bei Fluidtemperatur). Stoffe mit belegtem c_p und/oder Antoine-Dampfdruck. Alle Werte danach frei überschreibbar.
Rechenweg für Q_c

Stoff- & Zustandsgrößen

nicht benötigt
Molare Masse des freigesetzten Stoffs.g/mol (= kg/kmol); z. B. Methan 16, Propan 44, Benzol 78.Stoffdatenbank oder Sicherheitsdatenblatt. ↗ Wiki
nicht benötigt
Untere Explosionsgrenze — ab dieser Konzentration ist das Gemisch zündfähig.Vol.-%; die Berechnung nutzt sie intern als Volumenanteil (Vol.-%/100).Stoffdatenbank (belegter Wert) oder UEG-Rechner. ↗ Wiki
nicht benötigt
Umgebungs-/Atmosphärendruck.Pa. Vorschlag 101 325 Pa (Normatmosphäre); in Höhenlagen anpassen (Ried/Riedmark ≈ 98 000 Pa).Norm — Vorschlag, bei Bedarf überschreiben.
nicht benötigt
Betriebs-/Fluidtemperatur des freigesetzten Stoffs.°C. Bestimmt Freisetzungs-/Verdunstungsrate (nicht die Dichte ρ_g).Betriebsdaten. Nicht mit der Umgebungstemperatur verwechseln.
nicht benötigt
Umgebungstemperatur — Bezug für die Dampf-/Gasdichte ρ_g.°C; Vorschlag 20 °C (Bezugsbedingung der Norm und der Stoffdatenbank).Norm — ρ_g wird mit T_a gebildet, die Rate mit der Fluidtemperatur.
nicht benötigt
Wirksame Lüftungs-/Windgeschwindigkeit am Ort der Freisetzung.m/s; Größenordnung Zehntel bis wenige m/s. Kein Vorschlag — hängt von Dichteverhältnis, Höhe über Grund und Verbauung ab.Richtwerte in Tabelle C.1 der Norm. Für Lachen deutlich niedriger als für Gasfreisetzungen. ↗ Wiki

Gasfreisetzung durch eine Öffnung

nicht benötigt
Ausströmbeiwert der Öffnung.0,99 für regelmäßig geformte Öffnungen (z. B. Entlüftungen), 0,75 für unregelmäßige.Norm B.7.2.1 — konservative Näherung, wenn keine besseren Angaben vorliegen. ↗ Wiki
nicht benötigt
Wirksamer Öffnungs-/Leckquerschnitt.mm²; dominiert das Ergebnis stark — bewusste ingenieurmäßige Annahme.Anhaltswerte für sekundäre Freisetzung: Tabelle B.1 der Norm. Kein Vorschlag — selbst festlegen. ↗ Wiki
nicht benötigt
Absoluter Systemdruck im Inneren.bar (absolut). Kritische (sonische) Ausströmung, wenn p ≥ p_c.Anlagendokumentation / Betriebsdaten. ↗ Wiki
nicht benötigt
Isentropenexponent (Adiabatenexponent) des Gases.dimensionslos, typisch 1,1 … 1,4. Wird bevorzugt aus c_p berechnet.Aus c_p (Mayer-Beziehung) oder Literatur (VDI-Wärmeatlas, NIST). ↗ Wiki
nicht benötigt
Realgasfaktor (Kompressibilität).dimensionslos; Vorschlag 1,0 (ideal). Bis etwa 50 bar ausreichend genau.Norm B.7.2.3.1 — darüber realen Kompressibilitätsfaktor ansetzen. ↗ Wiki

Verdunstende Lache

nicht benötigt
Fläche der verdunstenden Lache.m²; nominelle Mindesttiefe 1 cm ansetzen. Folgt aus Verschüttungsmenge und Auffangwanne/Gefälle.Anlagensituation / Annahme. ↗ Wiki
nicht benötigt
Dampfdruck der Flüssigkeit bei Fluidtemperatur.Pa; für Gl. (B.6) muss p_v ≤ 80 000 Pa sein (sonst nicht gültig).Antoine-Gleichung (Stoffdatenbank) oder Sicherheitsdatenblatt. ↗ Wiki
nicht benötigt
Siedetemperatur bei Normaldruck (für die Gültigkeitsprüfung der Verdunstung).°C. Gl. (B.6) setzt Verdunsten voraus: Blocker ab (T_Siede − 5 K), Warnung ab (T_Siede − 20 K).Stoffdatenbank. Die 5-/20-K-Schwellen sind eine Festlegung dieses Werkzeugs, keine Normangabe. ↗ Wiki

Q_c direkt

nicht benötigt
Freisetzungscharakteristik — volumetrische Kenngröße der Freisetzung, k-frei.m³/s. Q_c = W / (ρ_g · UEG). Grundlage für Verdünnungsgrad und Zonenausdehnung.Aus der Freisetzungsrate berechnet oder direkt eingegeben. ↗ Wiki

Ort & Verdünnung

nicht benötigt
Ort der Freisetzung — steuert die Übersteuerungsregeln des Verdünnungsgrads.im Freien / Innenraum. Gruben, Wälle und umbaute Bereiche gelten als Innenraum.Anlagenbetrachtung. Im Freien tritt geringe Verdünnung in der Regel nicht auf. ↗ Wiki
nicht benötigt
Hintergrundkonzentration im Raum (Anteil brennbaren Gases in der Grundluft).Vol.-%; überschreitet X_b 25 % der UEG, gilt der Verdünnungsgrad generell als gering.Aus Gl. (C.1) oder Messung. Nur im Innenraum relevant. ↗ Wiki

Zonentyp (Tabelle D.1)

nicht benötigt
Freisetzungsgrad der Quelle.ständig / primär / sekundär — Ergebnis der Anlagenbetrachtung, keine Rechengröße.Norm, Anhang B.2: z. B. Flansche/Rohrverbindungen = sekundär, Pumpendichtungen mit erwarteter Freisetzung = primär. ↗ Wiki
nicht benötigt
Verdünnungsgrad der Lüftung am Freisetzungsort.stark / mittel / gering (Normterminologie). Aus Q_c und u_w berechnet, überschreibbar.Bild C.1 der Norm bzw. Textregeln. Vorbelegt aus der Berechnung oben. ↗ Wiki
nicht benötigt
Verfügbarkeit der Lüftung.gut / ausreichend / gering (C.3.7.1). „Gut" = praktisch ständig vorhanden; natürlich belüftete geschlossene Räume gelten üblicherweise nicht als „gut".Anlagenbetrachtung. Bei geringer Verdünnung ohne Einfluss. ↗ Wiki

Zonenausdehnung (Bild D.1)

nicht benötigt
Freisetzungsart für die Zonenausdehnung (Bild D.1).Strahl (kritisch) / diffusiv (unterkritisch oder Aufprall) / behinderter Strahl / Schwergas (bodennah, ρ > Luft).Norm mahnt: „Strahl" mit Vorsicht — oft ist „diffusiv" zutreffender. Vorschlag aus dem Strömungszustand, keine Festlegung. ↗ Wiki

Freisetzungscharakteristik Q_c:

Verdünnungsgrad (berechnet):

Zonenausdehnung (Abstand):

Q_c = W / (ρ_g·UEG) · Zonentyp nach Tabelle D.1 · Ausdehnung d = a·Q_c^b (Anpassung an die Normkurven, Bild D.1, ±10 % Ableseunsicherheit, auf 0,1 m aufgerundet).

Hinweis: Das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheitstechnische Beurteilung im Einzelfall; es ist kein Gutachten. Für verbindliche Aussagen sind die konkreten Stoff- und Betriebsdaten sowie die einschlägigen Regelwerke heranzuziehen.

Dokumentation & fachlicher Hintergrund

1.  Freisetzungscharakteristik Q_c (k-frei)

Q_c ist die volumetrische Kenngröße der Freisetzung — die Größe, aus der sowohl der Verdünnungsgrad (Bild C.1) als auch die Zonenausdehnung (Bild D.1) folgen:

Q_c = W / (ρ_g · UEG) mit ρ_g = p_a · M / (R · T_a)

W ist die Freisetzungs- bzw. Verdunstungsrate [kg/s], ρ_g die Dampf-/Gasdichte bei Umgebungstemperatur T_a (nicht Fluidtemperatur!) und die UEG geht als Volumenanteil ein. Der mit Ed. 3 gestrichene Sicherheitsfaktor k kommt nicht vor. Die Verdunstungsrate einer Lache folgt aus Gl. (B.6); ihre Gültigkeit ist an u_w, den Dampfdruck und den Abstand zum Siedepunkt gebunden (im Rechner geprüft). Mehr: Freisetzungsquellen und Freisetzungsrate.

2.  Verdünnungsgrad (stark / mittel / gering)

Der Verdünnungsgrad ergibt sich in Bild C.1 als Schnittpunkt von Q_c und der Lüftungsgeschwindigkeit u_w. Die hier verwendeten Grenzlinien sind eine Anpassung an die Normkurven (aus einer ACS-Arbeitsmappe, gegen die Rechenbeispiele in Anhang E validiert), keine Normangabe. Darüber liegen die Textregeln der Norm: im Freien tritt geringe Verdünnung in der Regel nicht auf; im Innenraum gilt bei einer Hintergrundkonzentration über 25 % der UEG generell geringe Verdünnung. Der berechnete Wert ist überschreibbar — die Norm lässt in Grenzfällen Ermessen zu. Mehr: Verdünnung und Verfügbarkeit der Lüftung.

3.  Zonentyp nach Tabelle D.1

Der Zonentyp folgt aus Freisetzungsgrad (ständig / primär / sekundär) × Verdünnungsgrad × Verfügbarkeit der Lüftung (gut / ausreichend / gering). Besonderheiten, die der Rechner abbildet:

  • bei mittlerer Verdünnung kann eine Zone von einer weiteren umgeben sein („Zone 1, umgeben von Zone 2");
  • bei starker Verdünnung besteht an der Quelle zusätzlich eine Zone vernachlässigbarer Ausdehnung (NE) entsprechend dem Freisetzungsgrad;
  • bei geringer Verdünnung ist die Zuordnung „Zone 1 oder Zone 0" eine Ermessensentscheidung — beide Möglichkeiten werden angezeigt, aufgelöst wird nicht automatisch.

Die Wenn-Dann-Logik gibt Tabelle D.1 wieder, ohne die Tabelle selbst zu reproduzieren. Der qualitative Einstieg steht im Wiki-Artikel Zoneneinteilung im Explosionsschutz.

4.  Zonenausdehnung nach Bild D.1

Der gefährliche Abstand d wächst nur etwa mit der Wurzel aus Q_c:

d = a · Q_c^b (Strahl / diffusiv / Schwergas)

Die Koeffizienten sind eine Anpassung an die CFD-basierten Normkurven (Bild D.1), keine Normangabe; die Ergebnisse sind eine konservative Abschätzung, im kleinen Maßstab nicht belastbar und werden auf 0,1 m aufgerundet (reale Unsicherheit rund ±10 %). Außerhalb des Diagrammbereichs (Q_c 0,01–70 m³/s) wird nicht extrapoliert. Für Zonen vernachlässigbarer Ausdehnung gilt Bild D.1 nicht. Mehr: Zonenausdehnung abschätzen.

5.  Annahmen & Grenzen
  • Stoffkennwerte (M, UEG, γ, ρ_l, p_v) werden vorerst manuell eingegeben; die belegte Übernahme in die Stoffdatenbank erfolgt schrittweise. Mehr: Stoffkennwerte für Ex-Berechnungen.
  • Lochquerschnitt S dominiert das Ergebnis und ist eine bewusste ingenieurmäßige Annahme — Anhaltswerte für sekundäre Freisetzung in Tabelle B.1 der Norm.
  • Flüssigkeitsaustritt: Die Norm gibt bewusst keine Methode an, aus einer Flüssigkeitsfreisetzung die Dampfquellstärke zu bestimmen; abgedeckter Sonderfall ist die verdunstende Lache (Gl. B.6).
  • Kein Ersatz einer Einzelfallbeurteilung. Der Rechner unterstützt die Zoneneinteilung, ersetzt aber nicht das Explosionsschutzdokument.
6.  Quellen & Stand

EN IEC 60079-10-1:2021 „Explosionsgefährdete Bereiche — Teil 10-1: Einteilung der Bereiche — Gasexplosionsgefährdete Bereiche" (Ed. 3.0) als gültige Bezugsausgabe; die verwendeten Gleichungen und Tabellen sind inhaltlich mit dem Ed.-4-Entwurf identisch. Die Grenzlinien (Bild C.1) und Ausdehnungskurven (Bild D.1) sind eine Anpassung an die Normkurven aus einer ACS-Arbeitsmappe, gegen die Rechenbeispiele in Anhang E validiert — keine Normangabe.

Stand: 2026-07.

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