Die Freisetzungsrate (Quellstärke) eines Gases/Dampfes durch eine Öffnung — quantitative Grundlage der Zonen- und Lüftungsbeurteilung nach EN IEC 60079-10-1. Verdünnungsgrad, Zonentyp und Zonen- ausdehnung berechnet der Ex-Zonen-Rechner (k-frei nach Ed. 3).

Freisetzungsrate — Verdünnung, Zonentyp & Zonenausdehnung im Ex-Zonen-Rechner

Ex-Lüftung: Freisetzungsrate (Quellstärke) nach EN IEC 60079-10-1

Die Freisetzungsrate (Quellstärke) eines Gases/Dampfes durch eine Öffnung — kompressibles, kritisches/unterkritisches Ausströmen nach EN IEC 60079-10-1, Anhang B. Sie ist die Eingangsgröße der Zonen-/Lüftungsbeurteilung; Verdünnungsgrad, Zonentyp und Zonenausdehnung berechnet der Ex-Zonen-Rechner.

Freisetzungsrate

Freisetzungsrate W_g:

Weiter zur Zoneneinteilung: Ex-Zonen-Rechner (Verdünnungsgrad, Zonentyp und Zonenausdehnung, k-frei nach Ed. 3).

W_g = C_d·S·p·√(γ·M/(Z·R·T)·(2/(γ+1))^((γ+1)/(γ−1))) (kritisch) · unterkritisch sonst; R = 8,314 J/(mol·K).

Hinweis: Das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheitstechnische Beurteilung im Einzelfall; es ist kein Gutachten. Für verbindliche Aussagen sind die konkreten Stoff- und Betriebsdaten sowie die einschlägigen Regelwerke heranzuziehen.

Dokumentation & fachlicher Hintergrund

1.  Freisetzungsrate (kompressibles Ausströmen)

Ausströmen eines Gases/Dampfes durch eine Öffnung — kritisch (choked), wenn p_a/p ≤ (2/(γ+1))^(γ/(γ−1)):

W_g = C_d·S·p·√( γ·M/(Z·R·T) · (2/(γ+1))^((γ+1)/(γ−1)) )

unterkritisch sonst:

W_g = C_d·S·p·√( 2·M/(Z·R·T) · γ/(γ−1) · [ (p_a/p)^(2/γ) − (p_a/p)^((γ+1)/γ) ] )

mit Ausströmbeiwert C_d (Norm B.7.2.1: 0,99 für regelmäßige, 0,75 für unregelmäßige Öffnungen), Öffnungsfläche S, absolutem Innendruck p und Umgebungsdruck p_a, molarer Masse M, Isentropenexponent γ, Realgasfaktor Z und R = 8,314 J/(mol·K). Alternativ lässt sich die Freisetzungsrate direkt eingeben.

2.  Weiter zur Zoneneinteilung

Die Freisetzungsrate ist die Eingangsgröße des Zonen-Verfahrens der EN IEC 60079-10-1. Aus ihr folgen die Freisetzungscharakteristik Q_c, der Verdünnungsgrad, der Zonentyp (Tabelle D.1) und die Zonenausdehnung (Bild D.1) — vollständig im Ex-Zonen-Rechner.

Hinweis zur Aktualisierung: Der früher hier enthaltene k-basierte „Mindest-Luftvolumenstrom" wurde entfernt. Die zugrunde liegende Gleichung mit Sicherheitsfaktor k stammt aus der Ausgabe 2015 und wurde mit der Ed. 3 (2021) ersatzlos gestrichen. An ihre Stelle tritt die Betrachtung über die Hintergrundkonzentration (erforderlicher Frischluft- volumenstrom, damit der Verdünnungsgrad nicht auf „gering" fällt) — k-frei im Ex-Zonen-Rechner.

3.  Annahmen & Grenzen
  • Gas-/Dampffreisetzung: Die Ausströmformeln gelten für gasförmige Freisetzung; Flüssigkeitsleckagen/Verdunstung sind gesondert zu betrachten (siehe Lachenverdampfung).
  • Ideal-/Realgas: Z standardmäßig 1; bei hohen Drücken (etwa über 50 bar) ist der Realgasfaktor einzusetzen.
  • Screening der Quellstärke: C_d und die effektive Öffnungsfläche sind fallabhängig; für belastbare Werte die Vorgaben der Norm (u. a. Tabelle B.1) bzw. anlagenspezifische Daten verwenden.
4.  Quellen & Stand

EN IEC 60079-10-1:2021 „Explosionsgefährdete Bereiche — Teil 10-1: Einteilung der Bereiche — Gasexplosions- gefährdete Bereiche" (Ed. 3.0); Ausströmgleichungen aus Anhang B. Kompressible Ausströmung: allgemein anerkannte Strömungslehre.

Die Freisetzungsrate ist die Quellstärke für die Zonenbeurteilung; das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheits- technische Beurteilung im Einzelfall.

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