pH-Wert, Konzentrationseinheiten und Dissoziationsgrad einer Säure- oder Basenlösung — oder das für einen Ziel-pH benötigte Neutralisationsvolumen mit Reaktionswärme, z. B. für die Abwasser­neutralisation. Starke und schwache Elektrolyte; Formeln und Grenzen unter dem Rechner.

Wässrige Lösungen, ideal, 25 °C — mehrprotonige schwache Säuren genähert

Säure/Base: pH & Neutralisation

pH-Wert, Konzentrationseinheiten und Dissoziationsgrad einer Säure- oder Basenlösung — oder das für einen Ziel-pH benötigte Neutralisationsvolumen (mit Reaktionswärme). Starke und schwache Elektrolyte über einen Ladungsbilanz-Löser.

Modus

Lösung

pH-Wert:

[H⁺]+[BH⁺] = [OH⁻]+[A⁻] (Ladungsbilanz), pH = −log₁₀[H⁺]; Dissoziationsgrad α, Neutralisationswärme Q = −ΔH·n.

Hinweis: Das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheitstechnische Beurteilung im Einzelfall; es ist kein Gutachten. Für verbindliche Aussagen sind die konkreten Stoff- und Betriebsdaten sowie die einschlägigen Regelwerke heranzuziehen.

Dokumentation & fachlicher Hintergrund

1.  pH aus der Ladungsbilanz

Der pH folgt aus der Ladungsbilanz unter Berücksichtigung der Dissoziationsgleichgewichte und der Autoprotolyse des Wassers:

[H⁺] + [BH⁺] = [OH⁻] + [A⁻]

[A⁻] = c_S·K_S/(K_S+[H⁺]),   [BH⁺] = c_B·[H⁺]/([H⁺]+K_w/K_B),   [OH⁻] = K_w/[H⁺]

Diese Form gilt für starke Elektrolyte (großes K_S/K_B, vollständige Dissoziation) ebenso wie für schwache (endliches K_S/K_B) und ist auch bei starker Verdünnung korrekt. Der Dissoziationsgrad ist α = K_S/(K_S+[H⁺]) (Säure) bzw. α = [H⁺]/([H⁺]+K_w/K_B) (Base).

2.  Konzentrationseinheiten

Umrechnung über die molare Masse M und (für Massenprozent) die Dichte ρ:

c[g/L] = c[mol/L]·M,   m/m % = c[g/L] / (ρ[g/mL]·10)

Die Dichte ist nur für die Umrechnung von/zu m/m % nötig und ist konzentrationsabhängig — für konzentrierte Lösungen den realen Wert eingeben (z. B. 37 % HCl: ρ ≈ 1,18 g/mL → ≈ 12 mol/L).

3.  Neutralisieren & Reaktionswärme

Im Modus Neutralisieren wird das Reagenzvolumen gesucht, bei dem die Mischung den Ziel-pH erreicht (numerisch aus dem pH der Mischung bestimmt). Die Reaktionswärme wird für starke Säure + starke Base aus der Standard-Neutralisations­enthalpie berechnet:

Q = −ΔH_neutr · n mit ΔH_neutr = −57,3 kJ/mol;   ΔT = Q / (m·c_p), c_p = 4,18 J/(g·K)

n = neutralisierte Stoffmenge (H⁺≈OH⁻), m = Masse der Mischung. Für schwache Elektrolyte weicht die Neutralisationsenthalpie ab (Dissoziations­anteil) — dann wird keine Wärme ausgewiesen.

4.  Annahmen & Grenzen
  • Ideale Lösung, 25 °C: Aktivität = Konzentration, K_w = 1·10⁻¹⁴; bei hohen Ionenstärken und anderen Temperaturen treten Abweichungen auf.
  • Mehrprotonige schwache Säuren (z. B. Phosphorsäure) sind über eine effektive 1. Stufe genähert; starke mehrprotonige (H₂SO₄) über die Wertigkeit z als vollständig dissoziiert.
  • Reaktionswärme nur für starke Säure + starke Base; Verdünnungs-/Lösungswärme und Wärmeverluste sind nicht enthalten.
  • Keine dissoziierenden Sonderfälle wie Amphotere/Puffergemische mehrerer Komponenten.
5.  Quellen & Stand

Säure-Base-Gleichgewichte, pKs/pKb-Werte und Neutralisationsenthalpie: allgemeine chemische Fachliteratur (z. B. CRC Handbook, Riedel/Janiak, Mortimer). K_w = 1·10⁻¹⁴ bei 25 °C.

Stand: 2026-07.

Interessiert an einer Zusammenarbeit?

Let’s talk.

Kontakt aufnehmen