Zwei Betriebsarten für den Lärm-Arbeitsalltag: die energetische Addition mehrerer Schallquellen zu einem Gesamtpegel und die Abstandsdämpfung einer Punktschallquelle. Formeln, Annahmen und Grenzen sind unter dem Rechner dokumentiert.

Schallpegel-Rechner

Zwei Betriebsarten: Pegeladdition mehrerer Schallquellen (energetische Summe) oder Abstandsdämpfung einer Punktquelle (geometrische Ausbreitung, −6 dB je Abstandsverdopplung).

Betriebsart

Gesamtpegel Lges:

Formeln: Lges = 10·log₁₀(Σ 10^(Li/10)) · L₂ = L₁ − 20·log₁₀(r₂/r₁). Punktquelle, ohne Luftabsorption / Boden- / Hinderniseffekte (dafür ISO 9613-2).

Hinweis: Das Ergebnis dient der ersten Orientierung und ersetzt keine sicherheitstechnische Beurteilung im Einzelfall; es ist kein Gutachten. Für verbindliche Aussagen sind die konkreten Stoff- und Betriebsdaten sowie die einschlägigen Regelwerke heranzuziehen.

Dokumentation & fachlicher Hintergrund

1.  Pegeladdition mehrerer Quellen

Schallpegel sind logarithmische Größen und dürfen nicht einfach addiert werden. Mehrere unkorrelierte Quellen werden energetisch summiert:

Lges = 10 · log₁₀( Σ 10^(Li/10) )

Zwei gleich laute Quellen ergeben eine Erhöhung um 10·log₁₀(2) ≈ 3,01 dB — nicht das Doppelte. Beispiel: 80 dB(A) + 80 dB(A) = 83,01 dB(A). Eine um mehr als etwa 10 dB leisere Quelle trägt praktisch nichts mehr zum Gesamtpegel bei.

2.  Abstandsdämpfung einer Punktquelle

Bei freier (halb-)kugelförmiger Ausbreitung verteilt sich die Schallleistung über eine mit dem Abstand wachsende Fläche. Der Pegel nimmt geometrisch ab:

L₂ = L₁ − 20 · log₁₀(r₂ / r₁)

Daraus folgt die bekannte Faustregel: je Verdopplung des Abstands −6 dB (20·log₁₀2 ≈ 6,02 dB). Umgekehrt bedeutet eine Halbierung des Abstands +6 dB.

3.  Parameter
Einzelpegel Li (dB(A))
Bis zu sechs Quellpegel; leere Felder werden ignoriert.
Pegel L1 am Bezugsabstand (dB(A))
Bekannter Pegel in der Referenzentfernung r1.
Bezugsabstand r1 und Zielabstand r2 (m)
Entfernungen zur Punktquelle; beide müssen größer als 0 sein.

Dezimaltrennung wahlweise mit Punkt oder Komma.

4.  Annahmen & Grenzen
  • Punktquelle im Fernfeld: Das Abstandsgesetz gilt für eine (näherungsweise) punktförmige Quelle; nahe an ausgedehnten oder Linienquellen (Straßen, lange Anlagenteile) gilt eine geringere Abnahme.
  • Nur geometrische Ausbreitung: Dieser Rechner berücksichtigt nicht die Luftabsorption, Boden- und Meteorologieeffekte, Abschirmung durch Hindernisse oder Reflexionen. Für belastbare Immissionsprognosen ist ISO 9613-2 mit den dortigen Dämpfungstermen heranzuziehen.
  • Unkorrelierte Quellen: Die energetische Addition setzt voraus, dass die Quellen nicht phasenstarr gekoppelt sind (bei tonalen, kohärenten Quellen können Interferenzen auftreten).
  • Keine Rechtsberatung: Ob ein Pegel zulässig ist, richtet sich nach dem einschlägigen Regelwerk (z. B. ÖAL-Richtlinien, Flächenwidmung, Genehmigungsbescheid) und der Beurteilungssituation — das prüft die fachliche Beurteilung, nicht dieser Rechner.
5.  Rechenbeispiele

Addition: drei Quellen mit 70, 74 und 68 dB(A).

Lges = 10·log₁₀(10^7,0 + 10^7,4 + 10^6,8) ≈ 76,2 dB(A)

Abstandsdämpfung: L₁ = 90 dB(A) in 1 m — wie laut in 10 m?

L₂ = 90 − 20·log₁₀(10/1) = 90 − 20 = 70 dB(A)

Zehnfacher Abstand entspricht also −20 dB; Verdopplung von 1 auf 2 m nur −6 dB.

6.  Quellen & Stand

Energetische Pegeladdition und Abstandsgesetz der Punktschallquelle: allgemeine technische Akustik. Ausbreitungsdämpfung im Freien: ISO 9613-2 „Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien"; ÖAL-Richtlinien für die Immissionsbeurteilung.

Stand: 2026-07.

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